Eine Flusskreuzfahrt auf der Seine von Paris nach Le Havre führt durch die schönsten Landschaften Frankreichs. Auf Tagesausflügen folgen Reisende den Spuren von Künstlern und Königen.

Die alte Mühle von Vernon war eines der Lieblingsmotive von Claude Monet
Die „Seine Comtesse“ ist das passende Schiff für eine Reise zu Königsschlössern und Burgen. Schließlich ist die „Gräfin der Seine“ zumindest dem Namen nach auch eine Adelige. Nach der Renovierung im Jahre 2019 wird das Flusskreuzfahrtschiff für 150 Passagiere dem Namen auch was die Ausstattung betrifft gerecht.
Die Ufer der Seine und die Alabasterküste bei Le Havre inspirierten einst die Maler des Impressionismus. Wer ihren Spuren folgt, beginnt die Reise idealerweise im Musée d’Orsay. Der ehemalige Bahnhof, von dem die Pariser bis 1939 in den Süden Frankreichs aufbrachen, beherbergt heute eine der bedeutendsten Sammlungen impressionistischer Kunst. Viele der Motive, die man hier auf den Gemälden von Édouard Manet, Edgar Degas, Pierre-Auguste Renoir und Claude Monet bewundert, begegnen einem später auf der Reise in der Wirklichkeit.

Stilvolle Flusskreuzfahrt auf der MS Seine Comtesse
Die Kathedrale als Lieblingsmotiv
Zunächst steuert die „Seine Comtesse“ Rouen an, etwa 110 Kilometer nordwestlich von Paris. Mit den zahlreichen Fachwerkhäuschen, den schmalen Gassen der Altstadt und den gotischen Kirchen wirkt die Stadt wie ein Freilichtmuseum. Obwohl Rouen einst ziemlich wohlhabend war, scheinen deren Bewohner echte Sparfüchse gewesen zu sein. Ihre Häuser bauten sie so, dass die Grundfläche des Erdgeschosses möglichst klein blieb, während die oberen Stockwerke breiter wurden. Der Grund? Nur die Fläche des Erdgeschosses zählte für die Steuerberechnung.
Der 151 Meter hohe Dom, der 1450 nach mehr als 200 Jahren Bauzeit endlich fertiggestellt wurde, war damals für einige Jahre das höchste Bauwerk der Welt. Bis heute sind seine Türme die höchsten einer Kathedrale in Frankreich.
Claude Monet verliebte sich in das Gotteshaus und malte es immer wieder – zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten. 1892 zog er sogar nach Rouen, um seinem Lieblingsmotiv nahe zu sein. Auch andere Künstler wie Pissarro und Gauguin fanden hier Inspiration. Das französische Kulturministerium verlieh der Stadt daher den Titel „Stadt der Kunst und Geschichte“.

Étretat ist der bekannteste Badeort an der Alabasterküste
Nach zwei Tagen auf dem Fluss erreicht das Schiff bei Le Havre die Mündung der Seine in den Atlantik. Obwohl die Industrie- und Hafenstadt für Touristen einiges zu bieten hat, der nach dem Zweiten Weltkrieg erbaute moderne Stadtkern zählt sogar zum Weltkulturerbe, entscheiden sich die meisten Kreuzfahrtpassagiere für Ausflüge in die Umgebung.
Nördlich von Le Havre beginnt die Alabasterküste mit ihren steilen Klippen, wilden Felsformationen und weiten Stränden. Südlich liegt Honfleur, ein malerischer Küstenort mit Fischereihafen, Altstadt und dem „Musée Eugène Boudin“. Dieses widmet sich nicht nur dem hier geborenen Maler, sondern zeigt auch Werke anderer impressionistischer Größen.

Blumen überall: das Monethaus in Giverny
Bei Monet am Seerosenteich
So als wollte sie das Highlight der Reise bis zum Schluss aufbewahren, legt die „Seine Comtesse“ erst auf der Rückreise Richtung Paris in Vernon an. Von hier sind es nur wenige Kilometer bis Giverny zum ehemaligen Wohnhaus von Claude Monet – inklusive des weltberühmten Seerosenteichs. Der Ausflugsbus dorthin startet früh, denn für die viel besuchte Sehenswürdigkeit gilt: Wer früher kommt, steht kürzer an.
Monet fand viele seiner Lieblingsmotive im eigenen Garten. Ende der 1880er Jahre kaufte er drei Parzellen Land in Giverny. Dort legte er einen Garten samt Teich an und baute später auch noch ein Wohnhaus, in dem er bis zu seinem Tod im Jahre 1926 lebte. Auf dem Friedhof der romanischen Ortskirche, nur wenige hundert Meter entfernt, liegt der Maler begraben.
Der Hafen von Honfleur
Ein Märchenschloss für James Bond
T I P P S & I N F O S

