Im Frühjahr 2026 startet in Beiersdorf bei Grimma der handgemachte Familien-Freizeitpark ArkaZien in seine erste große Saison. Einweihung nach 13 Jahren Bauzeit war im Herbst.

Wo stecken Finn und Philipp? Spätestens nach dem Eingangsdrehkreuz wissen wir, warum die Kinder vorsichtshalber eine Handynummer bei sich haben sollen. Denn kaum, dass wir ArkaZiens verwunschene Erlebniswelt betreten haben, sind die beiden Jungs – knapp vier und knapp sechs Jahre alt – auch schon in ihr verschwunden. Zum Glück ist alles so stabil gebaut, dass wir ihnen – soweit unsere Körpermaße passen – folgen können.
Alles ist verlockend sonderbar und in hohem Maße phantasieanregend: merkwürdig geformte und von dichtem Pflanzengrün umwucherte Gebäude ebenso wie kühne Konstruktionen oder lustige Figuren. Kreuz und quer verknüpft durch unzählige Leitern, Treppen, Wackelbrücken, Kletterseile, -netze, Röhrentunnel, Rutschen, bildet sich daraus ein wahres Wirrwarr unzähliger Spielideen. Jeder Weg hindurch führt in ein rätselhaftes Irgendwo. Nirgends ist ein Ende sichtbar. Glaubt man, dass ein Erlebnis aufhört, fängt schon das nächste an.

Und genau darin liegt wohl das Geheimnis dieses Freizeitparks in Beiersdorf bei Grimma, der sich so völlig anders anfühlt als die meisten anderen. 13 Jahre lang hat man an ihm gebaut. Anfangs des Monats wurde er eröffnet und war an manchen Tagen bereits ausverkauft – auch wenn es weder Lasershows noch Achterbahnen gibt.
ArkaZiens Attraktionen kommen nicht nur ohne Hightech und Computer aus. Sie funktionieren sogar ohne Strom. In einer immer stärker digitalisierten Welt scheint dieser Anspruch auf den ersten Blick sehr altmodisch und überholt zu sein. Doch passt er offenbar perfekt in diese Zeit.

Nachhaltig ist die neue Einrichtung auf einer ehemaligen Gewerbebrache nicht nur, weil zum Beispiel regionales und gebrauchtes Material zum Einsatz kam und kommt, man auf Produkte aus der näheren Umgebung setzt, auf Wegwerfartikel verzichtet und beim umweltfreundlichen Begrünen auch die Dächer einbezieht. Zukunftspotenzial zeigt sich genauso in erzieherischen Werten. Denn ein Riesenabenteuerspielplatz, der Entdecker- und Bewegungsfreude weckt und Kindern hilft, beim Spielen kreativ zu sein, schafft damit Nützliches, das bleibt.
Allerhand Erfahrungen damit hat Günther Ziegler. Der Chef, Erfinder und Erschaffer von ArkaZien baut seit vielen Jahren Spielplätze aus Holz. Die individuellen Kreationen seiner Zeititzer Firma sind mittlerweile international begehrt. Ideen gehen ihm und seinem Team nicht aus – auch nicht für die verwunschene Erlebniswelt in Grimma. Weitere Attraktionen auf dem insgesamt zehn Hektar großen Gelände sind schon zum Saisonstart am 1. April 2026 geplant. Und diese alle gibt es jetzt schon:

Bergwerk mit Riesenrutsche: Über sechs Stockwerke geht es hinauf zum Kletterturm, wo man den Einstieg in die 30 Meter lange Röhrenrutsche (ab 8 Jahren bzw. 130 cm Körpergröße) findet. Feste Schuhe! In der Nähe lädt die Pizzaküche ein.
Reihernester: Am Anfang dieser aufregenden Balancier- und Kletterlandschaft wacht ein Reiher. Wer auf mehreren Ebenen von Nest zu Nest klettert, kann seine Familie besuchen, Eier entdecken oder im Holzhaus selbst auf Stelzenbeinen laufen. Ab 6 Jahren. Feste Schuhe!
Schwingen des Seeadlers: Der imposante Greifvogel am Eingang ist ein tolles Fotomotiv – besonders, wenn ein Kind in ihn hineinkrabbelt und unter dem Schnabel herausschaut.

Asiatischer Garten: Von einem Drachen bewachte Ruhezone im fernöstlichen Stil mit Pavillon, Hängematten und -sessel. Perfekt zum Picknicken wie viele weitere Plätze mit Sitzgelegenheiten und Tischen. Essen und Getränke (außer in Glasgefäßen) dürfen mitgebracht werden.
Seeterrassen mit Forschertürmen: Zu dieser Ruhezone am Kranichteich gehören eine Goldwaschanlage sowie ein Aussichtsdeck, verbunden durch zwei Türme. Der eine enthält eine Tauchstation mit Guckloch in eine faszinierende Unterwasserwelt, der andere eine wissenschaftliche Station mit sonderbaren Utensilien, in der man herrlich stöbern kann. Baden, Boot fahren, Angeln sind nicht möglich. Wasservögel bitte nicht füttern oder stören!
Dschungel und Tempel: Durch beide Spielgebiete führen Tunnel und mittels Netzen gesicherte Spazierpfade und Brücken in luftigen Höhen, wo man lustigen Tierfiguren begegnet. Eine lange Röhrenrutsche führt vom Dschungelturm zum Fischerdorf. Rutsche ab acht Jahren bzw. 130 cm Körpergröße. Feste Schuhe!

Fischerdorf: Ruhebereich an einem pfützentiefen Wasserlauf mit zahlreichen Picknickplätzen auf unterschiedlichen Ebenen. Ab drei Jahren.
Insel, Meer, Piratenschiff: Wie wär’s mit einem Abenteuer auf hoher See oder einer einsamen Insel? Zwischen Palmen, Schiffsmasten und Rutschen kommen Robinsons wie Seeräuberinnen auf ihre Kosten. Feste Schuhe!
Röhrenlabyrinth: Zehn verschiedenen Röhren gehören zu diesem unterirdischen Tunnelsystem. Es hat verschiedene Ein- und Ausgänge, etwa am Piratenschiff und im Eidechsenschloss. Ab sechs Jahren.
Rosengarten: Vor allem während der Blütezeit im Mai und Juni ein Hingucker. Mittendrin gibt es zu jeder Zeit etwas zu entdecken.

Eidechsenschloss: Ein erhöhter Ruhebereich mit Ausblick, Sitzen und Picknickplätzen. Eine durch Netze gesicherte Hängebrücke führt in den Rosengarten.
3D-Schach: Statt auf einem Brett wird bei dieser Freiluft-Schachversion auf Treppenstufen gespielt und die Figuren nach oben und unten gesetzt.
Theaterplatz: Open-Air-Veranstaltungsort für Märchenspiele und Mitmachtheater. Das Areal mit Bühne und Sitzrängen in der Art eines Amphitheaters ist sehr vielseitig und bietet sich als Treffpunkt für Gruppen an.
Weidenlabyrinth: Unter natürlich gewachsenen Blätterdächern finden sich im Sommer schattige Plätzchen. Aussichtstürme ermöglichen den Blick über die Baumkronen hinweg. Kleine Häuschen bieten Versteck- und Spielmöglichkeiten. Ab 3 Jahren.

Ballspielareal: Eine Torwand, ein Fußballbillard und ein Riesenfußballkicker liefern tolle Spielideen rund ums runde Leder.
Taverne mit Tanzlinde: Das große Gasthaus mit bunten Funkelfenstern dient diversen Veranstaltungen oder privaten Feiern. Zum Freisitz davor gehören eine Tanzlinde und eine Pergola mit Weinlaub. Von dort schaut man auf die Markthäuser und das Gewächshausareal.
Gewächshausareal: Neben einem großen Teich mit Zierkarpfen steht ein kleines Veranstaltungshaus mit vielseitigem grünen Außenbereich, der außerhalb von Events zum Ausruhen dient. Für jüngere Kinder gibt es ein Häuschen zum Klettern und Rutschen sowie eine Sandspielfläche.

Fischerhütte mit Malstation: Am Marktstand des Fischers können Holzmurmeln bemalt werden. Die dahinterliegende Aussichtsplattform gibt den Blick auf den Wasserlauf des Fischerdorfes frei. Ein kleiner Spielturm in Form eines Dampfschiffes ergänzt das Areal.
Marktplatz: In den farbenfrohen Häusern des geschäftigen Platzes gibt es Eis, Kaffee und Kuchen, Crêpes sowie leckere Nudelgerichte. Post-Station und Tante-Emma-Laden stehen zum Spielen zur Verfügung.
T I P P S & I N F O S
Anreise: „ArkaZien – Die verwunschene Erlebniswelt“ befindet sich in Grimma, am Rand des Ortsteils Beiersdorf. Unmittelbar davor stehen 300 kostenlose Parkplätze zur Verfügung.
Geöffnet: Vom 1. April bis zum 31. Oktober 2026 täglich von 10-18 Uhr (Tageskasse bis 17 Uhr).
Tickets: Kind bis zu drei Jahren frei, Kind ab vier bis zu 17 Jahren ab 17 €, Erwachsener ab 19 €, Familie (zwei Kinder, zwei Erwachsene) ab 62 €. Für jeden Öffnungstag sind 750 Tickets online sowie 750 Tagestickets an den Parkkassen erhältlich. Das Limit beträgt 1500 Besucher pro Tag. Es gibt verschiedene Ermäßigungen, rabattierte Frühbuchertickets sowie Gutscheine zum Verschenken.
Essen & Trinken: Neben Snacks und Süßigkeiten gibt es Pizza (mit praktischen Kunststoff-Pfandbehältern zum Mitnehmen) und Nudelgerichte, auch vegetarisch. Eigenes Essen und Getränke (nicht in Glasbehältnissen!) können mitgebracht und an Picknickplätzen verzehrt werden.
Adresse/Kontakt: Neue Grimmaer Str. 26, 04668 Grimma OT Beiersdorf, Telefon 03425/85 43 60, https://arkazien.de
